Polen
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Dossier
Polen im Scheinwerfer
Am 1. Juli übernimmt Polen die rotierende EU-Ratspräsidentschaft. Die Polnische Präsidentschaft ist gut vorbereitet und startet mit einem ambitionierten Themenkatalog. Die Erwartungen sind hoch, da Polen für einige Zeit das letzte Schwergewicht unter den vorsitzenden Ländern sein wird. Danach wird das „Schicksal der Europäischen Union“ in den Händen von an Größe bescheideneren Mitgliedstaaten wie Dänemark, Zypern und Litauen liegen und mittelfristig werden auch das krisengeschüttelte Irland und Griechenland dem Rat vorsitzen. Dass die Europäer nun auf die Polen als Problemlöser schauen, scheint ironisch, denn vor nicht allzu langer Zeit war Polen das Problemkind der EU. Ein Großteil der polnischen Bevölkerung stand dem EU-Beitritt skeptisch gegenüber und die Kaczyński-Zwillinge brachten den Vertrag von Lissabon bedrohlich nah an den Abgrund. Nach den polnischen Parlamentswahlwahlen im Oktober 2007 war ein deutliches Aufatmen in Brüssel (und höchstwahrscheinlich auch in anderen europäischen Hauptstädten) spürbar. Mit der neuen Regierungskoalition aus Donald Tusks Bürgerplattform und der Polnischen Bauernpartei schien Polen endlich in Europa angekommen. Vier Jahre später hat sich Polen als konstruktiver Mitspieler auf europäischer Bühne etabliert und die polnische Bevölkerung ist proeuropäischer als jemals zuvor und als viele andere ihrer Miteuropäer. Mit den in Oktober bevorstehenden Parlamentswahlen, in der Mitte der Ratspräsidentschaft, stellt sich dennoch die Frage: Wird sich die politische Landkarte abermals ändern und wenn ja, was bedeutet das für Europa? Was wissen die anderen EuropäerInnen wirklich von Polen, dem größten der ehemals kommunistischen Länder, die der EU 2004 beitraten? Was ist bekannt über seine Geschichte, seine Probleme, seine Errungenschaften und die Hoffnungen und Enttäuschungen der Menschen? Mehr…
